Eintrag vom 27.03.09

Die Einreise nach Ägypten begann mit einem sechseinhalb stündigem Aufenthalt am Zoll. Da Visum zu besorgen war an sich überhaupt kein Problem, aber dann. Mit dem Auto war das so eine Sache. Zum einen brauchen wir auch hier in Ägypten eine zusätzliche Versicherung. Der Aufenthalt an der Grenze lief also folgendermaßen ab: während  Cornelius stundenlang mit Werner  von einem Büro zum nächsten eilte um irgendwelche Sachen zu bezahlen schaute Dario dem regen Schmuggel und dem korrupten Verhalten der Polizisten zu.  Auch wenn alles sehr lang dauerte und es irgendwann echt zu nerven anfing, war es im Grunde eine sehr lustige Erfahrung. Zum einen war es mit der Verständigung nicht immer leicht, der Strom fiele des öfteren aus, und dann war da die ganze Zeit der Schmuggel um einen herum. Doch dazu später mehr. Nachdem wir also endlich durch den Zoll waren ging es mit Polizeischutz ins 250 km entfernte Marsa Matruh. Der Polizeischutz wurde uns gestellt, da diese Strecke angeblich nicht sehr sicher sei, erfahren haben wir davon aber sichtlich wenig. Nach kurzem Schlaf ging es am nächsten Tag mitten in die Wüste zur Siwa Oase. Im Vergleich zu den tunesischen Oasen war diese Oase ein wahres Paradies. Eingebettet auf der einen Seite von einer kleinen Gebirgskette und auf der anderen Seite die pure Sahara mit 50-70 m hohen Sanddünen, erstreckt sich ein Palmenwald und Salzseen. Mit 17000 Einwohnern ist Siwa eine überschauliche Stadt. Das besondere hier sind verschiedene Quellen, sowohl kalt als auch Warmwasserhaltig. Die bilder zeigen eine warme Quelle mit ca. 25°. Man kann sich sicherlich vorstellen wie traumhaft es ist mitten in einer Oase  in einer warmen Quelle zu baden und um einen herum Palmen zu sehen. 

Unser Versuch ein wenig in die Dünen zu fahren scheiterte leider kläglich, denn bereits auf den ersten Metern fuhren wir uns fest. Nach mehreren Versuchen mit frei  schaufeln gruben wir uns so tief ein, dass das Auto vorne bereits auflag. Unser letzter Versuch heraus zu kommen war dann mit nur 0,8 Bar in den Reifen heraus zu fahren.          Und   O Wunder, es lief wie geschmiert. Sicherlich hätten wir dann noch weiter in die Dünen hereinfahren können, doch aus Respekt vor dem Sand kehrten wir lieber um und genossen den Sonnenuntergang bei einer Coke und Schischa.

Nach den Tagen der Entspannug, mehr oder weniger, ging es ab in den Großstadtdschungel Alexandria. Der Weg an der der Mittelmeerküste entlang war eine einzige Hotelsiedlung. 150 km lang reihte sich eine Hotelsiedlung nach der anderen aneinander. Immer wieder versuchten wir  in eine Siedlung, die alle wie ausgestorben wirkten, herein zu kommen. Aber keine Chance, die Security Männer wiesen uns immer zurück. Nadlos ging das Hotelmeer dann in die Stadt über. Es war nicht zu übersehen, dass wir uns nun in der zweit größten Stadt des Landes mit vier mio. Einwohnern befanden. Pures Chaos für uns, für die Ägypter das normalste der Welt.  Alexandria hat uns im großen und ganzen ganz gut gefallen, am beeindruckendsten war auf jeden Fall die relativ neue Bibliothek. Ansonsten ist es einfach schön dem ganzen Trubel zu zusehen. Von Alexandria gings dann weiter in das nächste Chaos, Kairo. Die Haupstadt ist mit 16 mio Einwohnern auf Platz 13 der größten Städte Weltweit. Der Smock, der täglich über Stadt liegt kann einem schon mal zu Kopfschmerzen verhelfen. Zudem ist ein ständiger Lärm zu hören, der es zumindest für mich nicht möglich machen würde hier zu leben. Smock, Lärm und Gestank begleiten einen doch zu oft. Ägyptens Einwohnerzahl wächst jährlich um fast 2 % und Kairo wächst somit immer weiter. Um die Pyramiden herum ist bereits alles besiedelt. Wenn man eine Stadt wir Kairo sieht kann man sich eigentlich nur Wünschen, dass Energie zu einem teuren Gut wird, mit dem man nicht so achtlos umgeht. Mann merkt dann teilweise doch sehr stark den satten Entwicklungsvorsprung in Deutschland gegenüber Ägypten. Nicht umsonst ist Ägypten ein Dritteweltland. Kairo hat natürlich auch seine schönen Seiten, wie z.b. den sehr geschäftigen Souk, die schöne Nilinsel Zamalek auf der unser Hotel war, den Tower von kairo, Moscheen und eine wunderschöne Zitadelle aus dem 11. Jh. Von ihr aus kann man wie auch vom Tower die Pyramiden erblicken. Die Pyramiden an sich haben uns nicht so vom Hocker gehauen. Sie waren schon beeindruckend, vor allem die Grabkammer der Cheops Pyramide, aber die Erwartungen in die Pyramiden und die Sphinx waren glaub ich zu groß.